Tag Archives: fünfziger Jahre

Autos, Autos, Autos

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Autoren historischer Romane müssen gründlich recherchieren. Obwohl ich viele meiner Kindheitserinnerungen in meinem Roman der Fünfziger Jahre verewigen konnte, brauchte ich mehr Informationen und wollte die Autos jener Zeit mit eigenen Augen sehen.

„Oktober Heat“ behandelt das Aufeinanderprallen zweier Kulturen: Auf der einen Seite waren die amerikanischen Soldaten mit ihren großen Autos und auf der anderen die Deutschen, die froh waren, wenn sie ein Fahrrad besaßen. Die Hauptfigur meines Romans spart für einen Motorroller und sehnt sich nach einer Fahrt in einem amerikanischen Straßenkreuzer.

Deshalb wollte ich wissen, wie ein Auto der Fünfziger Jahre von nahem aussieht. Wir fuhren zu einer großen Car Show, wo Chevrolet BelAir und Ford Fairlane mit mehreren Exemplaren vertreten waren. Ich fotografierte die Autos und fragte sogar einen Besitzer, wie sich der Motor des Autos anhörte. Obwohl ich bisher nicht das Glück hatte, in einem klassischen Auto mitzufahren, kann ich mir jetzt bildlich vorstellen, warum solch ein Auto auf den engen deutschen Straßen für Aufsehen sorgte.

Einkaufen zu Mutters Zeiten

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In einem Dorf der Fünfziger und Sechziger Jahre besaßen nur wenige Menschen ein Auto. Deshalb fuhren wir meist mit dem Fahrrad einkaufen. Auf diese Weise konnten wir unsere Taschen an die Lenker hängen oder auf dem Gepäckträger befestigen. In meinem Dorf gab es mehrere Bäckereien, einen Metzger, Friseure, eine Drogerie, ein Raiffeisenlager und unzählige Tante-Emma Läden in einem Vorderzimmer der Hausbesitzer.

Man konnte fast alles kaufen, was man brauchte: Brot, Lebensmittel, Spielzeug, Schulbedarf (beim Frisör), Zeitschriften und Tabak, Film, Garn, Wolle, Kleidung und Toilettenartikel. Diese Läden waren im ganzen Dorf verstreut und es war nicht ungewöhnlich, ein Kind allein ins Geschäft zu schicken. Jeder kannte jeden und wusste daher, wessen Kind man war. Wenn wir Schuhe brauchten, fuhren wir mit dem Fahrrad in den Nachbarort mit seinen zwei Schuhgeschäften. Wir gingen zu Fuß zum Bauern, um Milch zu holen. Im Herbst halfen mein Großvater und meine Mutter bei der Kartoffelernte eines befreundeten Bauern, um unseren Wintervorrat zu verdienen. Mein Bruder und ich waren natürlich auch dabei. So kam es, dass ich mit sieben Jahren auf dem Feld Traktor fahren durfte, denn alle Hände wurden zum Aufladen der Säcke auf den Wagen gebraucht.

Das Leben im Dorf änderte sich, als die Menschen anfingen, Autos zu kaufen. Eins nach dem anderen verschwanden die Tante-Emma Läden und Supermärkte schossen aus dem Boden. Sie boten eine größere Auswahl mit oft günstigeren Preisen an, aber der menschliche Kontakt ging verloren. Vorbei sind die Zeiten, als man mit dem Geschäftsbesitzer oder den Kunden beim Einkauf plaudern konnte und die Dorfneuigkeiten erfuhr.

Foto: Deutsche Fotothek (Roger Rössing)

Neuveröffentlichung

Es ist soweit: Mein Roman ist jetzt auch auf Deutsch bei Amazon erhältlich

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Oktober 1958 in einem pfälzischen Dorf: Der junge Polizist Walter Hofmann möchte nichts lieber tun, als auf dem nahen U.S. Flugplatz zu den neuesten Rock ‘n’ Roll Hits zu tanzen. Aber die Mädchen haben nur Augen für die unbeschwerten Amerikaner mit ihren Dollars und flotten Autos. Selbst Walters Schwester Ingrid ist nicht immun gegen amerikanische Popkultur.

Als eine junge Frau nahe des Flugplatzes tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht bald auf Walters amerikanischen Freund Jeff. Walter setzt alles daran, dessen Unschuld zu beweisen. Während er und sein Partner dem Mörder auf den Fersen sind, verschwindet Ingrid spurlos und Walter eilt ihr zu Hilfe, bevor sie womöglich das nächste Opfer wird.

Cars, Cars, Cars

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Historical fiction authors have to do a lot of research. Much of the research involves reading books, pouring over archives or visiting a museum, but occasionally we get to experience a living history event. Even though many of my childhood experiences made it into my 1950s novel, I needed more hands-on information and visual aids about 1950s cars.

“Oktober Heat” deals with the clash of cultures between the GIs and their big cars and the German locals who were lucky if they owned a bicycle. My protagonist is saving up for a motor scooter while lusting to get a ride in a big American car.

I needed to know what a car from the Fifties looked like up close. Luckily, there are classic car shows all summer long. We headed to a huge show and, sure enough, Chevrolet Bel Air and Ford Fairlane were well represented. I took photos and even asked an owner what his car engine sounded like. Even though I have yet to ride in a classic car, it was easy to see why such a car made heads turn on the narrow German roads.