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Vom Lesen zum Schreiben

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Ich war zwei Jahre alt, als mein Bruder in die Schule kam. Wie alle jüngeren Geschwister wollte ich ihm nacheifern. Wenn er Hausaufgaben machte, bestand ich auf meiner eigenen Schiefertafel, um darauf herumzukritzeln. Als ich des Lesens mächtig war, besuchte ich jeden Freitag nachmittag die Dorfbücherei. Ablenkungen gab es ohnehin nicht viele in meinem Dorf, besonders während der kälteren Jahreszeit. Die Bücherei wurde von meinem Lehrer der dritten und vierten Klasse, Herrn Kloß, geleitet. Er las uns Geschichten vor und meine Freunde und ich liebten diese Stunden über alles. Natürlich las ich auch unzählige Bücher, obwohl man damals eine kleine Gebühr dafür zahlen musste.

Ich war etwas 12 Jahre alt, als ich mich an meinem ersten Kurzroman versuchte. Er war natürlich schlecht. Doch das Fundament war gelegt. Ich wollte Autorin werden. Aber wie wird man eigentlich Autor, besonders in Deutschland, wo keine Kurse in kreativem Schreiben angeboten werden? Ich hatte keine Ahnung,wie ich das bewerkstelligen sollte. Also beschloss ich, zu reisen und meinen Horizont zu erweitern – kurz, Erfahrungen zu sammeln, die irgendwann in mein Schreiben einfließen würden.

Meine Reisen führten mich in 21 Länder, viele davon mehr als einmal. In Frankreich war ich beispielsweise mehr als zwei dutzendmal. Ich war sogar in Ländern, die nicht mehr existieren. Von Irland bis zur Türkei, vom Polarkreis bis zu Spanien´s Alhambra, von Ungarn bis zu den USA war nichts vor meiner Reiselust sicher. Die Erinnerungen an diese Reisen werden mein Leben lang in mir wachbleiben. Die Menschen, die ich dabei kennenlernte und die Stätten der Geschichte, die ich dabei besuchte, versorgten mich mit Einsichten und Anekdoten, ohne die kein Autor auskommen kann.

 

Foto: Peng (wikimedia.org)

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Autos, Autos, Autos

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Autoren historischer Romane müssen gründlich recherchieren. Obwohl ich viele meiner Kindheitserinnerungen in meinem Roman der Fünfziger Jahre verewigen konnte, brauchte ich mehr Informationen und wollte die Autos jener Zeit mit eigenen Augen sehen.

„Oktober Heat“ behandelt das Aufeinanderprallen zweier Kulturen: Auf der einen Seite waren die amerikanischen Soldaten mit ihren großen Autos und auf der anderen die Deutschen, die froh waren, wenn sie ein Fahrrad besaßen. Die Hauptfigur meines Romans spart für einen Motorroller und sehnt sich nach einer Fahrt in einem amerikanischen Straßenkreuzer.

Deshalb wollte ich wissen, wie ein Auto der Fünfziger Jahre von nahem aussieht. Wir fuhren zu einer großen Car Show, wo Chevrolet BelAir und Ford Fairlane mit mehreren Exemplaren vertreten waren. Ich fotografierte die Autos und fragte sogar einen Besitzer, wie sich der Motor des Autos anhörte. Obwohl ich bisher nicht das Glück hatte, in einem klassischen Auto mitzufahren, kann ich mir jetzt bildlich vorstellen, warum solch ein Auto auf den engen deutschen Straßen für Aufsehen sorgte.

Oktober Heat – von der Idee bis zum Buch

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Obwohl ich lange Jahre auf dem Flugplatz Ramstein arbeitete, hatte ich keine Ahnung von der frühen Geschichte des Flugplatzes und den Veränderungen im Dorfleben, die der Bau mit sich brachte. Das änderte sich, als ich bei einem meiner Heimaturlaube das Buch „Air Base Ramstein: Bilder, Geschichten, Erinnerungen“ kaufte.

Ich war fasiniziniert von den Fünfziger Jahren. Damals wurden viele Konzerte in den Clubs veranstaltet, um die Militärangehörigen zu unterhalten: Count Basie, Chet Baker, Ella Fitzgerald, Caterina Valente, Conny Froboess und Max Greger, um nur einige zu nennen. Die deutsche Jugend liebte die Rock ‘n’ Roll Schallplatten und Autos der Amerikaner. Bars sprangen in den umliegenden Dörfern aus dem Boden und Romanzen zwischen den GIs und deutschen Frauen waren unausweichlich. Arbeitssuchende aus Nah und Fern fanden Beschäftigung auf dem Flugplatz und  anderen militärischen Einrichtungen. Das Leben in der Pfalz hatte sich von Grund auf verändert.

Da steckt ein Roman drin, dachte ich beim Lesen des Buchs. Ich begann, die Fünfziger Jahre zu recherchieren, vor allem die Popmusik, Kultur und Geschichte. Ich verließ mich auch sehr auf meine Kindheitserinnerungen. Während meines nächstes Besuchs befragte ich einen früheren Polizisten, denn ich hatte entschieden, einen historischen Kriminalroman zu schreiben. Neben einem Zeitungsarchiv besuchte ich auch das Docu Center Ramstein, wo ich Negative aus dem Fotoarchiv beäugte, um eine Vorstellung vom Clubleben zu bekommen.

Ich beschloss, dem Flugplatz einen fiktiven Namen zu geben, um jegliche Missverständnisse zu vermeiden und mir selbst kreative Freiheit zu geben. Während der Jahre des Schreibens und Übersetzens sind das Dorf Lauterbach, seine Menschen und der Flugplatz für mich zu alten und liebgewonnenen Bekannten geworden. Nun ist es Zeit, die Geschichte von Walter, seiner Schwester und seinen Freunden mit der Welt zu teilen.

Neuveröffentlichung

Es ist soweit: Mein Roman ist jetzt auch auf Deutsch bei Amazon erhältlich

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Oktober 1958 in einem pfälzischen Dorf: Der junge Polizist Walter Hofmann möchte nichts lieber tun, als auf dem nahen U.S. Flugplatz zu den neuesten Rock ‘n’ Roll Hits zu tanzen. Aber die Mädchen haben nur Augen für die unbeschwerten Amerikaner mit ihren Dollars und flotten Autos. Selbst Walters Schwester Ingrid ist nicht immun gegen amerikanische Popkultur.

Als eine junge Frau nahe des Flugplatzes tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht bald auf Walters amerikanischen Freund Jeff. Walter setzt alles daran, dessen Unschuld zu beweisen. Während er und sein Partner dem Mörder auf den Fersen sind, verschwindet Ingrid spurlos und Walter eilt ihr zu Hilfe, bevor sie womöglich das nächste Opfer wird.

2016 In Review

The past year has been a tumultuous one. My private life has been relatively quiet in comparison. These major events stood out for me:

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  1. I published another book, which is quite different from the novel I released last year. Besides writing fiction, I am also an award-winning wildlife photographer and one of my goals was publishing a children’s book about backyard habitats. With the help of a designer/editor I finally made my goal a reality. I hope that my book will encourage people to invite birds and insects into their yards. After all, they are essential to the web of life and our own survival depends on them. “Create Your Own Backyard Wildlife Habitat” is available on Amazon and can also be ordered from other sources.oktober-heat-1deutschebookcoverweb

 

  1. I’ve completed the German version of my novel “Oktober Heat” and plan on publishing it next spring.

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  1. My husband and I celebrated our wedding anniversary with a trip to Yellowstone National Park (see my previous blog posts). Neither one of us had ever been to the Rocky Mountains and it was truly an awesome experience. The grandeur and power of nature – after all, Yellowstone is a super vulcano – made us realize how precious America’s national parks are.

 

At home we continue to visit local and state parks when the weather allows. Spring and fall are our favorite seasons. Of course, we also spend many hours in our yard, where I record wildlife with my camera for future presentations, books, and other publications. Sharing my passion for nature with others is my greatest joy.

 

Self-publishing a Book

I recently joined the growing ranks of self-published authors with my novel Oktober Heat. Before taking the plunge I bought two books that covered the formatting and sign-up process and read blogs of publishing insiders. Here is my experience so far:

Cover design: Authors and readers agree that a compelling book cover is very important. Cover designers are often booked months in advance and it is crucial to book an artist even before hiring an editor. The advantage of self-publishing is that you get to choose your own cover. The disadvantage is that you have to decide what to put on the cover, including images and fonts! Music was a thread throughout my novel and I wanted a clean design that gave a feeling of the 1950s. My artist subscribed to a stock photo agency and I spent days looking at images, trying to find one that spoke to me. Finally, I saw a vector that I loved and the artist used it as a guideline.

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Copy editor: I knew I needed a copy editor because English is my second language and I did not want to give anyone a reason to give my book a poor review because of misplaced commas. Networking is the best way to find an editor. Just like cover designers, they tend to be booked weeks, if not months, in advance.

Formatting: If you don’t want to tackle the formatting yourself, your editor more than likely knows the names of several formatters to choose from. I decided to format the novel myself for CreateSpace and Kindle. Should I offer my book on other formats in the future I will probably pick a distributor that offers formatting. After all, I want to spend my energy on my next project.

Publishing: The books took me through every step of the publishing process, with one exception: I had no idea that I had to submit two W-9 forms, one to CreateSpace and one to Kindle Publishing because they are different entities. Fortunately, this step is only required for first-time authors. But if you have set yourself a deadline, it is worth mentioning that processing your tax information can take several weeks.

That’s self-publishing in a nutshell.