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Vom Lesen zum Schreiben

Schiefertafelmitschwamm

Ich war zwei Jahre alt, als mein Bruder in die Schule kam. Wie alle jüngeren Geschwister wollte ich ihm nacheifern. Wenn er Hausaufgaben machte, bestand ich auf meiner eigenen Schiefertafel, um darauf herumzukritzeln. Als ich des Lesens mächtig war, besuchte ich jeden Freitag nachmittag die Dorfbücherei. Ablenkungen gab es ohnehin nicht viele in meinem Dorf, besonders während der kälteren Jahreszeit. Die Bücherei wurde von meinem Lehrer der dritten und vierten Klasse, Herrn Kloß, geleitet. Er las uns Geschichten vor und meine Freunde und ich liebten diese Stunden über alles. Natürlich las ich auch unzählige Bücher, obwohl man damals eine kleine Gebühr dafür zahlen musste.

Ich war etwas 12 Jahre alt, als ich mich an meinem ersten Kurzroman versuchte. Er war natürlich schlecht. Doch das Fundament war gelegt. Ich wollte Autorin werden. Aber wie wird man eigentlich Autor, besonders in Deutschland, wo keine Kurse in kreativem Schreiben angeboten werden? Ich hatte keine Ahnung,wie ich das bewerkstelligen sollte. Also beschloss ich, zu reisen und meinen Horizont zu erweitern – kurz, Erfahrungen zu sammeln, die irgendwann in mein Schreiben einfließen würden.

Meine Reisen führten mich in 21 Länder, viele davon mehr als einmal. In Frankreich war ich beispielsweise mehr als zwei dutzendmal. Ich war sogar in Ländern, die nicht mehr existieren. Von Irland bis zur Türkei, vom Polarkreis bis zu Spanien´s Alhambra, von Ungarn bis zu den USA war nichts vor meiner Reiselust sicher. Die Erinnerungen an diese Reisen werden mein Leben lang in mir wachbleiben. Die Menschen, die ich dabei kennenlernte und die Stätten der Geschichte, die ich dabei besuchte, versorgten mich mit Einsichten und Anekdoten, ohne die kein Autor auskommen kann.

 

Foto: Peng (wikimedia.org)

A New Publishing Challenge

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Last year I published my novel “Oktober Heat” in English, but my family and friends in Germany protested that they couldn’t read it. They urged me to translate my book into German. Still, my small circle of friends is not enough reason for such an undertaking. I  researched the market share of mysteries and historical fiction in Germany and learned that it is fairly large. Finally, I decided to tackle the big job of translating the book myself. After all, I wanted to become a translator when I finished high school, but the job market was glutted with unemployed translators and interpreters at that time.

Now I have a chance to live my teenage dream. It is not my first translation. I translated a thesis for a local museum years ago, a tedious job indeed. Translating a novel, however, is not as easy as it seems. What sounds elegant in English sounds clumsy in German. I am currently on my first round of revisions in which I am ignoring the English version. One of the problems I am encountering is that German words are long, much longer than their English counterparts. That wouldn’t be much of a problem for an eBook, but it is definitely a problem for a paperback where each page costs me money. If I want to make the book affordable for readers I’ll have to either hyphenate long words or cut some content.

The biggest hurdle, however, is the fact that I immigrated to the U.S. before Germany introduced a reform of the German language (Rechtschreibreform). Now my native tongue sounds and looks foreign to me. I am especially puzzled when English words get mangled (ladys, seriously?).

And don’t get me started on the use of “ss” and “ß”! Clearly, this is a job for a copy editor.

Will I ever delve into another translation on this scale? Not anytime soon because I will be busy working on several new publishing projects.

 

Image: commons.wikimedia.org (Author: Michael Maggs)